Kernaussage: Die Automobil- und Automobilzulieferindustrie in Deutschland und vor allem auch hier in Stuttgart zählt zu den beschäftigungsreichsten und wichtigsten Branchen und sie ist im Umbruch. Mit der Berufserfahrung bei fünf Konzernen, die alle direkt in die Automobilindustrie geliefert haben, habe ich ein Gespür dafür entwickelt, was die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen dieser bedeutenden Kunden sind. Wir dürfen diese großen Arbeitgeber in der Region auf keinen Fall unterschätzen und müssen Rahmenbedingungen schaffen, die es ermöglichen, dass sie weiterhin an der Weltspitze bleiben können und Ingenieurskunst Made in Germany seinen Stellenwert behält.

Problem / Hintergrund:

Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass insbesondere die hiesigen Unternehmen noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und das sie Gefahr laufen den internationalen Anschluss zu verlieren. Sie richten ihre Strategie nicht schnell genug aus und verharren oftmals auf ihren alten Vorstellungen. Hier bedarf es Innovation und einer Aufholjagd beim Thema elektrisches Fahren bzw. bei Wasserstoffautos, einer meiner Ansicht nach absolut ebenbürtigen Alternative zum E-Antrieb. Dass sich der VDA kürzlich gegen Stuttgart als zukünftigen Ausrichter der IAA ausgesprochen hat ist für mich ein weiteres Indiz dafür, dass das Zutrauen in die Zukunftsfähigkeit der Stuttgarter Automobilindustrie schwindet.

Das Stuttgart in Sachen Attraktivität nicht gerade gut abschneidet liegt vor allem an den hohen Mietpreisen, der Kessellage und das dadurch bedingte Klima sowie der Feinstaubdiskussion. An mindestens einem der drei lässt sich leider nichts ändern. Die anderen Faktoren kann man alleine schon damit günstig beeinflussen, in dem Stuttgart zu einem attraktiven und l(i)ebenswerten Zuhause und Lebensmittelpunkt für interessierte Kandidaten aus dem In- und Ausland wird.

Lösungsansätze:

  • Um die Herausforderungen bei der E-Mobilität bewältigen zu können bedarf es, neben einem längst überfälligen Umdenken, vor allem auch zwei Dinge: geeignetes Personal und Standortvorteile. Beides fließt ineinander über. Wir können der Automobilindustrieeinen geeigneten Rahmen schaffen, um diese Problematiken anzugehen.
  • Als neues Stadtoberhaupt werde ich die gesamte Industrie an einen runden Tisch einladen und ergründen, wie Stuttgart auch langfristig Innovationsstandort bleiben kann, denn wir haben tolle Leute hier, die bestens ausgebildet sind. Es dreht sich also mehr oder weniger um den Wettstreit für die klugen Köpfe, die unsere Industrie in der Stadt braucht.
  • Das Stadtimage ist also ein großer Einflussfaktor für aussichtsreiche Kandidat*innen, anhand derer sie Ihre Auswahl treffen. Das wir am Stadtimage arbeiten müssen ist, glaube ich, auch jedem klar. Stuttgart ist eine fantastische Stadt und als solche müssen wir sie auch präsentieren können, derzeit ist Stuttgart aber vorwiegend negativ in der Presse anzutreffen.
  • Ich denke, Stuttgart braucht einen Imagewechsel. Das kann aber nur gelingen, wenn wir umdenken und uns langfristig eingestehen: Stuttgart ist eine Autobauerstadt aber keine Autofahrerstadt. Autofahren wurde in der Vergangenheit in Stuttgart überbewertet und wird es teilweise noch – mit all seinen Nachteilen. Ich sage das als überzeugter Automobilist und Autoliebhaber.

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