Alle Informationen zu den Maßnahmen und zur Kontaktsperre in Baden-Württemberg finden Sie in diesem Schreiben des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister-Kandidat Völker, 

Sie haben sich in den letzten Tagen an Herrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann und an das Staatsministerium gewandt. Wir haben sehr viele Eingaben im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus erhalten. Viele von Ihnen fordern Ausgangssperren. Sie hatten den Eindruck, dass sich viele Menschen in den vergangenen Tagen nicht an die Empfehlungen gehalten haben. Viele von Ihnen haben aber auch vor negativen Konsequenzen von rigorosen Ausgangssperren gewarnt. 

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben sich am Sonntagabend mit der Bundeskanzlerin über die Corona-Krise beraten. Ziel der staatlichen Bemühungen ist es, den Virus einzudämmen. Stand Sonntagabend (22.03.) haben sich in Deutschland 24.100 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, davon 4.300 in Baden-Württemberg. In den Krankenhäusern gibt es derzeit noch ausreichend Kapazitäten, um Erkrankte mit schwerem Verlauf angemessen zu behandeln. Aber es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Infizierten weiter stark ansteigt. Wir müssen die Verbreitung des Virus bremsen. Verlangsamung ist und bleibt das oberste Ziel. Nur so können wir als Gesellschaft sicherstellen, dass alle, die schwer erkranken werden, gut medizinisch behandelt werden können. 

Die Landesregierung hat in den letzten Tagen strenge Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, die Zahl der persönlichen Kontakte zu reduzieren. So wird die Ausbreitung des Virus am effektivsten verlangsamt. Wir beobachten die Lage sehr genau. Unsere Polizei berichtet, dass sich die allermeisten Menschen inzwischen an die strengen Vorgaben halten. Es gab nur noch wenige größeren Ansammlungen. Diese wurden von der Polizei unmittelbar aufgelöst. Beim Einkauf verhalten sich die Menschen diszipliniert und halten das Abstandsgebot ein. Direkt im Anschluss an unsere Regelungen hat sich die Landesregierung für eine gemeinsame Linie in Bund und Ländern eingesetzt. Folgende Punkte, die bisher schon bei uns gegolten haben, gelten jetzt auch bundesweit 

  • Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, ihre Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Reduzieren Sie vor allem Kontakte zu Menschen außerhalb Ihres eigenen Hausstands.
  • Dazu gehört, dass die eigene Wohnung nur für unbedingt notwendige Tätigkeiten verlassen werden soll, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen, um Lebensmittel einzukaufen, aber auch für Sport und Bewegung an der frischen Luft.
  • Gastronomiebetriebe werden jetzt auch bundesweit geschlossen. Essen darf aber weiter abgeholt oder geliefert werden.
  • Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkung werden nun wie bereits zuvor bei uns in Baden-Württemberg in allen Ländern von Polizei und Ordnungsbehörden kontrolliert und hart bestraft.
  • Wie bei uns in Baden-Württemberg werden nun in der ganzen Republik Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie etwa Friseure, Massagepraxen, Kosmetiker, Tattoo-Studios oder ähnliches geschlossen. 

Verschärft wurden die folgenden beiden Punkte:

  • In der Öffentlichkeit muss nun ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. Bitte halten Sie sich daran – egal ob im Supermarkt oder beim Spazierengehen.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Treffen im öffentlichen Raum mit mehr als 2 Personen aus unterschiedlichen Hausständen sind verboten. 

Die Maßnahmen wurden bereits am Sonntags Abend von der Landesregierung beschlossen und gelten für Baden-Württemberg ab Montag, 23. März 2020. Die Regelung gilt bei uns wie die gesamte Rechtsverordnung bis 15.06. 

Mit diesen Einschränkungen ist es weiterhin möglich, Lebensmittel einzukaufen, zur Arbeit zu gehen, falls Homeoffice nicht möglich ist, einen Arzt aufzusuchen oder an die frischen Luft einen Spaziergang machen, Joggen gehen oder Fahrrad fahren. 

Die Rechtsverordnung, die das Kontaktverbot regelt, finden Sie unter dem Link https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/  Auf der Seite finden Sie im Kurzüberblick einen Eintrag zu Zusammenkünfte von Personen. 

Es wird bis zu 14 Tagen dauern, bis sich der Erfolg der Maßnahmen zeigt. Das liegt daran, dass Menschen, die heute krank werden, sich schon vor 14 Tagen angesteckt haben können. Daher wird die Zahl der Infizierten weiter zunehmen. Niemand kann verlässlich sagen, wie lange diese Krise dauert. Aber die Fachleute sind sich in einem Punkt einig: Es hängt von unserem Verhalten ab, wie schwer sie wird. Deshalb bitte wir Sie darum, vermeiden Sie Kontakte und halten Sie Abstand. 

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund der Vielzahl von E-Mails zu diesem Thema, Ihnen nicht individuell antworten können. Sollten Fragen unbeantwortet geblieben sein, erkundigen Sie sich bitte auf unsere Internetangebot (https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/). Hier finden Sie die aktuellsten Entwicklungen zum Corona-Virus, seine Auswirkung auf die Wirtschaft, Informationen zu Schulen und Kindergärten sowie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Staatsministerium

Staatsministerium Baden-Württemberg
Richard-Wagner-Straße 15, 70184 Stuttgart

Telefon: +49 711 2153 0

Internet: https://stm.baden-wuerttemberg.de

Notfallnummern:

Solltest du dich oder sollten Sie sich durch die Corona-Krise in einer Situation wieder finden, in der du oder sie Hilfe brauchst/brauchen, dann wende dich / wenden Sie sich an folgende Notfallnummern oder Hotlines:

Häusliche Gewalt gegen Frauen: 
08000 – 116 016

Suizid-Prävention: 
0800 – 1110111 

Telefonseelsorge: 
0800 – 111 0 222

Beratung bei Einsamkeit für Senioren: 
089 – 1891 0026

Notfalltelefon bei sexuellem Missbrauch: 
0800 – 22 55 530

Hilfetelefon für LGBTIQ-Personen: 
0221 – 92 59 61 0

Bundesinteressenverband schwuler Senioren:
0800 – 175 2017

Kältebus-Hotline Stuttgart:
0711 – 21 95 47 76

Corona-Virus-Hotline der Stadt Stuttgart:
Mo – Fr 8:00 bis 18:00 Uhr
0711 – 216 88688 und 0711 – 216 – 88888
Sa+So 11:00-15:00 Uhr 
0711 – 216 88200

Corona-Hotline für Unternehmen der IHK Stuttgart: 
Mo-Fr 8:00 bis 20:00 Uhr 
0711 – 2005 1677 
corona-hilfe@stuttgart.ihk.de

Handwerkskammer Region Stuttgart:
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Corona-Hotline des Instituts für Freie Berufe:
0911 – 23 565 28
gruendung@ifb.uni-erlangen.de